»Diese Landschaft ist bis in ihre letzte kleinste Falte durchdrungen mit Seele. Wie alles Große ist sie hälftenhaft, Brücke und transitus: nach Süden zur Fulda schaut man Hessen und zur Werra, nach Norden auf Ostfalen. Und wirklich – denn nur in der Übertreibung fasst man die Wahrheit an – ist hier die Grundscheidung zwischen Skandinavien und Italien, zwischen Pol und Äquator.« ![]()
Wanderjahre. 2006, S. 331
Mit einer solchen Lagebeschreibung von Kassel konnten sich einige Bürger dieser Stadt mit Recht identifizieren, denn hier wird von Hans Jürgen von der Wense keine spießige Provinz beschrieben, hier wird die korrekte Lage Kassels benannt. In der Mitte des neuen Europa und besonders Deutschlands gelegen, Verkehrsknotenpunkt zwischen Nord und Süd, ist sie »Brücke und transitus« zugleich von Waren und Ideen, liegt sie doch auf der geographischen und sprachlichen Scheide Deutschlands. Zugleich ist sie als regionales Zentrum »Brücke« für Waren und Ideen in die Region.
Mit Hans Jürgen von der Wense haben wir die Gelegenheit, uns mit der Vergangenheit und Gegenwart Kassels und der Region auseinanderzusetzen, die Vernichtung und den Aufbau einer Kulturlandschaft nachzuvollziehen, denn nur, wenn deren Bürger persönlich »Brücke und transitus« sein wollen, erhält eine Stadt, ein Raum, eine »Seele«.
Lohnt schon das gedruckt vorliegende Werk Wenses eine weitere Beschäftigung mit ihm, wie ertragreich wird erst die Aufarbeitung des ganzen umfangreichen Nachlasses sein!
Wir möchten den Universalgelehrten Hans Jürgen von der Wense bekannt machen und die noch immer ungehobenen Schätze des Nachlasses der Öffentlichkeit und der Forschung zur Verfügung stellen, davon erwarten wir nicht nur in Kassel erfreuliche Ergebnisse.








